WOHN - art Planungs­gemeinschaft
Joachim Theilmann, Klaus Weber

Projekt Tierarztpraxis

Bauherr Privat - Ort Neulingen-Bauschlott - Bauzeit 2010/2011

Ein ortstypisches Siedlungshaus aus den 1920er-Jahren in Neulingen, Ortsteil Bauschlott, sollte umgebaut und mit einer Tierarztpraxis erweitert werden. Unser Ziel war es eine Architektur zu schaffen, in der Altes und Neues miteinander verbunden wird, ohne die Eigenständigkeit der beiden Gebäudeteile aufzuheben. Demnach bestand die Entwurfsidee darin, an das bestehende Wohngebäude einen modernen kubischen Bau­körper anzugliedern, der Rezeption und Wartebereich der Tierarztpraxis aufnimmt. Die Gebäudeoberkante des Erweiterungsbaus wurde bewusst unterhalb der Traufhöhen der Umgebungsbebauung gelegt, um ihn von den ortstypischen Siedlungshäusern abzu­he­ben.

Die Fassadengestaltung für diesen Anbau mit oxidrotem Lärchenholz in Leistenschalung soll neben der kubischen Gebäudeform mit Ausbildung eines Flachdachs moderne Ak­zen­te setzen. Im Inneren findet dies in Form von Materialität, Farbgestaltung und Möblie­rung seine Fortsetzung. Als konstruktives System wurde bei dem neuen Bau­körper Holz­ständerbauweise verwendet. Hierbei wurden die Wände vorgefertigt und vor Ort zusam­mengefügt.

Der Erweiterungsbau beinhaltet, neben einer Garage im Untergeschoss, die Rezeption der Tierarztpraxis, an welche sich der freundliche Wartebereich anschließt. Dieser ist großzügig bemessen, so dass sich Hunde und Katzen im Bedarfsfall aus dem Weg gehen können. An diesen Empfangsbereich grenzt der Altbau an, in dem die zwei modernen Behandlungszimmer zur Verfügung stehen. Ebenfalls befindet sich hier ein Operations­zimmer, in dem sämtliche operativen Eingriffe durchgeführt werden können. 

Ein eigener Laborraum erlaubt der Tierarztpraxis auch umfangreiche Analysen direkt im Haus durchzuführen und so besonders schnell die benötigten Laborwerte zu erhalten. Modernste Technik kennzeichnet auch den Raum für Röntgen- und Ul­tra­schall­un­ter­su­chun­gen. Ebenso verfügt die Tierarztpraxis über eine Intensivstation mit Sauerstoffzelt und über eine eigene Station, in der Kleintiere auch über Nacht in der Praxis bleiben kön­nen. Im Allgemeinen ist bei dem Umbau ein architektonischer Spannungsbogen ent­standen, der das Gebäude bereits von außen interessant und lebendig macht.